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  • Klaudia

Stress



Ich sitze in der Küche und genieße die Ruhe des Morgens und den kühlen Luftzug, der mir von draußen entgegenweht. Die Küchentür ist weit geöffnet, so dass der Bambus, der draußen den Eingang bewacht, mit seinen Wedeln und Blättern einen Blick in die Küche wirft und mir zu winkt. Das früh-morgentliche Sonntags-Sommerfeeling spaziert ganz kühl herein. Es versucht mich nach draußen auf die Terrasse zu locken, denn dort ist es um diese Zeit besonders schön.

Aber ich bedanke mich für seine Einladung.

Sehr freundlich, aber ich muss leider ablehnen.

Sobald ich dort draußen sitze, wird mir nämlich bewusst werden, was ich noch alles im Garten tun muss. Der Teich wuchert zu, die Glyzinie muss geschnitten werden, das Unkraut muss raus und der Rasen wartet auf seinen nächsten Schnitt.

Dann ist es mit der lockeren Sommerstimmung vorbei, denn allein der Gedanke an die riesige Garten-To-Do-Liste, die darauf wartet abgearbeitet zu werden, bereitet mir Stress.

Und somit sind wir bei dem Thema, das mich seit Tagen begleitet:


Stress.


Diverse To-Do-Listen, der zu erledigenden Dinge sind fast endlos, so dass ich oft kopfschüttelnd davor stehe und mich frage, wie ich das alles erledigen soll.

Ich komme zunächst gar nicht auf die Idee, mich zu fragen, warum ICH das alles alleine erledigen soll. Schließlich bin ich nicht das alleinige Mitglied dieser Familie.

Da gibt es ja noch ein paar mehr.

Aber abgesehen davon, dass sie fast alle das Haus verlassen und nun ein eigenes Leben haben, sind im Moment allesamt nicht da und vergnügen sich auf Festivals oder im Süden Europas.

Außerdem bin ich so nicht gepolt. Ich bin eine von denen, die es gewohnt sind, alles alleine zu erledigen. Ich gehe anderen nur ungerne mit so lästigen Fragen, wie „Kannst Du mir mal helfen?“ auf den Geist. Wenn ich dann in Augen blicke, die sich himmelwärts richten oder zuckende Mundwinkel ertragen muss, habe ich bisher meinen Kram lieber selber erledigt.


Ich werde wohl meine Sichtweise auf die Dinge, vor allem auf diverse To-Do-Listen und zuckende Mundwinkel, ändern müssen und sollte dringend gelassener werden.

Dann bleibt das Unkraut im Garten eben länger als sonst stehen. Ist ökologisch sowieso wertvoller. Und der Schlafzimmerschrank kann auch noch ein paar Wochen länger darauf warten ausgemistet und aufgeräumt zu werden.

Dabei drängelt mich niemand oder erwartet von mir, dass ich das alles innerhalb der nächsten zwei Sekunden erledige. Ich mache mir nur selber Stress.

Das kann ich besonders gut! Darin bin ich Meister.


Gerade in den letzten Tagen habe ich bemerkt, dass vermehrter Stress bei mir dazu führt, dass das Gewicht nicht weiter nach unten geht. Ich hänge fest.

Was mir sonst so gut gelungen und erstaunlich leicht gefallen ist, gelingt dann nicht mehr.

Das „Im-Plan-Bleiben“ fällt mir enorm schwer und gerade abends drohen Rückfälle in alte Essgewohnheiten. So drehten sich gestern Abend meine Gedanken ausschließlich darum, was ich gerne alles essen und trinken würde.

Dabei war mein Körper doch satt!

Nur meine Seele hungerte nach einer Belohnung, die sie nach diesem Tag voller Hektik und Stress gerne in alter Form erhalten hätte: Eis, Schokolade und/oder Wein. Und wenn das alles nicht geht, wie wäre es da mit IGENDETWAS anderem?


Ich muss (und will) noch lernen, mit solchen Situationen anders umzugehen als sonst.

Einfach wird das nicht und ich frage mich, was schwieriger ist: Das Abnehmen oder die Veränderung meiner Gewohnheiten.

Gestern bin ich einfach aus dem Haus geflüchtet und habe eine Runde mit dem Hund gedreht.

Aber das war eher eine Belohnung für den Hund als für mich, denn nach dem langen Tag waren meine Beine und der Rücken eher der Meinung, jetzt endlich mal Ruhe verdient zu haben, statt schon wieder in Aktion treten zu müssen.

Zumindest war ich hinterher so fertig, dass ich kaum, dass ich zu Hause war, von Morpheus Armen umfangen wurde, in Tiefschlaf verfiel und vor weiteren Gedanken an Eis oder Schokolade verschont blieb. Ob ich von Essensträumen verschont blieb kann ich nicht sagen.


Wie geht Ihr mit Stress um?

Und wie könnten Belohnungen für besonders harte Tage, für besonders Gelungenes oder für „Einfach-nur-so-Gelegenheiten“ aussehen? Habt Ihr ein paar Ideen?

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